Retraumatisierung in Therapie, Coaching und spirituellen Kreisen
- Annika Grieb
- 28. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Zwischen Heilung und Verletzung

Heilung ist selten linear. In den Räumen, die uns tragen sollen – sei es Therapie, Coaching oder spirituelle Begleitung – begegnen wir nicht nur Unterstützung und Verständnis, sondern manchmal auch unbewussten Dynamiken, die alte Wunden berühren. Retraumatisierung ist kein persönliches Versagen, sondern ein systemisches Phänomen, das entsteht, wenn Traumata erneut aktiviert werden, ohne dass dies bewusst geschieht.
In unserem Buch „Retraumatisierung in Therapie, Coaching und spirituellen Kreisen“, das ich gemeinsam mit meiner Co-Autorin Nadine Schulz schreibe, beleuchten wir diese Prozesse aus mehreren Perspektiven. Nadine bringt ihre Erfahrung aus Network Marketing und Online Business ein und erweitert den Fokus auf professionelle Räume, in denen Menschen geführt, begleitet oder gecoacht werden. Hier zeigt sich oft, wie wirtschaftliche Strukturen, Machtungleichgewichte und unbewusste Selbstbilder von Expertinnen und Klienten alte Verletzungen berühren können – ein Aspekt, der im klassischen therapeutischen Diskurs noch wenig Beachtung findet.
Was ist Retraumatisierung?
Retraumatisierung passiert, wenn alte Traumata nicht gelöst, sondern durch äußere Umstände, Beziehungen oder Interventionen erneut aktiviert werden. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Spiegel dafür, wie tief Trauma in unseren Nervensystemen, Beziehungen und sozialen Strukturen verankert ist. In unserem Buch erklären wir die neurobiologischen, psychologischen und sozialen Mechanismen, die hinter Retraumatisierung stehen, und machen sichtbar, warum diese Prozesse so häufig unbemerkt bleiben.
Trauma, Macht und der Coaching-Markt
Ein besonders brisanter Bereich ist der sogenannte „Traumamarkt“ im Coaching und Online Business. Preisgestaltung, Branding und Selbstvermarktung sind oft eng mit dem Selbstwert und den inneren Verletzungen der Coaches verbunden – und können unbewusst die Selbstwunden der Klientinnen berühren. Wir beleuchten, wie wirtschaftliche Strukturen, Erwartungen an „Heilung“ und unbewusste Machtspiele die Dynamik zwischen Expertin und Klientin prägen.
Narzissmus, Co-Narzissmus und Verantwortung
Unsere Analyse zeigt auch, wie Narzissmus und Co-Narzissmus in therapeutischen oder spirituellen Räumen wirken. Machtverhältnisse, unbewusste Dominanzspiele und subtile Manipulationen können alte Traumata reaktivieren. Gleichzeitig tragen Expertinnen eine besondere Verantwortung: Sie müssen ihre eigenen Trigger kennen, ihre Interventionen reflektieren und Räume so gestalten, dass Heilung möglich ist, ohne alte Wunden zu aktivieren.
Selbstretraumatisierung erkennen und transformieren
Retraumatisierung ist ein Phänomen, das sowohl Betroffene als auch Expertinnen betrifft. In unserem Buch zeigen wir anhand anonymisierter Fallbeispiele, wie Selbstretraumatisierung funktioniert, welche Signale zu beachten sind und wie alte Muster transformiert werden können. Es geht darum, Räume bewusster zu gestalten, Interventionen achtsam einzusetzen und nachhaltige Heilung zu ermöglichen – psychologisch, relational und strukturell.
Für wen ist dieses Buch?
Dieses Buch richtet sich an alle, die Heilung ernst nehmen: Klientinnen, Therapeutinnen, Coaches, Online-Business-Expertinnen und Menschen in spirituellen Berufen. Es lädt ein, Retraumatisierung nicht als Bedrohung, sondern als komplexes Phänomen zu verstehen, das erkannt und transformiert werden kann. Wer sich darauf einlässt, erhält nicht nur tiefes Verständnis, sondern auch Werkzeuge, um alte Muster zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und eine reflektierte, nachhaltige Heilungspraxis zu entwickeln – für sich selbst und für andere.
Annika Grieb
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei der Autorin.




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